Vita

Fingerzeig des Lichtbildprophet

Digitales Werk aus der frühen Schaffensperiode des Marvin F., noch unter dem ruhmreichen Namen Mausmaler in der Welt der zahllos fotografischen Pseudogenies unterwegs. Schon zu dieser Zeit ist seine spätere prophetische Mission wider dem Massengeschmack klar zu erkennen, setzt er auch mit charakterlosen Digitalknipsen wegweisende Akzente.

Der ‚Lichtbildprophet‚ – beste Kumpels nennen ihn ‚Marvin F.‚; sexy Zuckerschnuten mit Mörder Ausstrahlung im BH dürfen ‚Das Held‚ zu ihm sagen – wuchs als erstes Einzelkind in der Mitte eines Landes auf, dass es heute nicht mehr gibt. Seine ‚Die mich geboren hat‘ nennt ihn einen ‚Unfall‘, weshalb wohl sein Vater Trost und Tod im Alkohol sucht und findet. In seiner Kindheit lernt er die Strenge der harten Hand und des flinken Schlagstock kennen. Schon früh erkennt er die flexiblen Einsatzmöglichkeiten von Werkzeuge: Ein Rattan-Teppichklopfer eignet sich nicht nur zum Reinigen von Vorlegern und Teppichen, er ist auch ein schlagendes Argument der körperlichen Züchtigung.

Marvin war Sonderschüler an einer renommierten Waldorfschule und hat im Hauptfach ‚Singen und Klatschen‘ ein ‚Ausgezeichnet‘ ertanzt. Derart gut für das weitere Leben präpariert, fühlt sich Marvin F. absolut berufen und möchte bezahlter Künstler in Vollzeit werden. Das Finanzamt stuft Marvin F.’s Kunst als ‚Liebhaberei‘ ein, ein Gutachter sieht in der Schöpfungsschwelle feinbubscher Arbeiten wenig Luft nach unten. Zwar beginnt Marvin F. ein Kunst- und Philosophiestudium, bricht es nach fünf Jahren – sich noch immer im ersten Semester befindend – ab. Seitdem lehnt der Lichtbildprophet jede sinnfreie Wissensanhäufung als elitäres Standesgehabe ab.

Sein seelisch-schwerer Stil und die Art und Weise, wie naiv-dilettantisch er Bilder entwirft und letztlich zu Papier bringt, bringt ihm den Titel ‚Großmeister des fotografischen Depressionismus‘ ein. Für die zögerliche Akzeptanz seiner genial konzipierten Fotokunst macht er vor allem die Trägheit der geschmacksverdorbenen Masse verantwortlich. Er sieht seine naturgegebene Berufung allein darin, berühmt, reich und sexy werden zu müssen. Folglich ließ er nichts unversucht, egal wie und irgendwann sein hehres Ziel zu erreichen. Und so gehört es wohl – aus reiner Geldnote – zu seinem dunklen Kapitel, als ‚Rotz Buster‘ beachtliche Erfolge in der Erotikbranche gefeiert zu haben. Sein ‚Ich war jung und brauchte das Geld‘ wird nicht nur zum geflügelten Wort, sondern steht auch als Ausrede für Generationen ehemaliger Pornodarsteller, die nach ihrer Erotikkarriere den Sprung ins seriöse Schauspielbusiness wagen.

Als ‚Das Held‘ und ‚Lichtbildprophet‘ stellt sich Marvin F. mit missionarischen Eifer an die Spitze einer begnadet-kreativen Bewegung und schwingt sich zu deren ‚Fiktiven Charakter‘ auf. Seine zahllosen Affären bezeichnen Marvin als den lebenden Beweis, dass der Spruch ‚Dumm bumst gut‘ jeder Grundlage entbehrt. Schließlich nimmt sich die internationale Weltkunstorganisation dem einzigartigen Lichtbildpropheten an und erklärt ihn Ende 2015 zum lebenden Weltkunsterbe aller Zeiten. Ab diesem Zeitpunkt darf Marvin F. als erster und einziger Mensch überhaupt den Namenszusatz ‚holy Mofo‚ tragen. Auf dieser Welle einer längst fälligen Anerkennung surfend, bot sich Marvin F. Mitte 2016 in der weltberühmten TV-Show ‚Eva sucht Erzeuger‚ als Live-Samenspender für 25 schwängerungswillige Frauen (Durchschnittsalter 21,735 Jahre) an. Die Live-Übertragung der Zeugung bis hin zur Geburt des letzten gezeugten Kindes brachte Marvin F. einen vielgelobten Weltrekord-Eintrag auf Lebenszeit ein.

Marvin F. a.k.a. Lichtbildprophet gilt heute als offizieller Erfinder und Namensrechtsträger der Wortneuschöpfungen Mausmaler und Mausmalerei. Letztgenannter Begriff steht heute für die Schöpfung eines digitalen Kunstwerkes allein mit digitalen Mitteln unter Zuhilfenahme eines Eingabegerätes wie der Maus. Marvin F. wurden Millionen geboten, diesen Namen als Domain abzutreten, doch in seiner ganzen Bescheidenheit verzichtete er.

Lichtbildprophet Marvin F.

Lichtbildprophet Marvin F.
Ein echter Wagemut, der es selbst mit tierisch brutalen Stoffteddies aufnimmt
Foto: Katrin S.

Mit seinem wenig diplomatischen Feingefühl ist Marvin F. ein in allen Medien gefragter Kunstkenner und Kurator stilprägender Exibitionen. So zeichnet er für die einzigartige Ausstellung ‚Freiheit für Grönland – Weg mit dem Packeis‘ verantwortlich, in der zum ersten Mal zeitgenössische Kunst der Monochromatischen Farbintension zu sehen war. Unbestritten nimmt Marvin F. als Herr, Erhalter und Vermehrer pre-aktueller Kunst eine schwer gewichtige Führungsrolle ein, ist potenter Art-Influencer in den sozialen Netzwerken und gern gesehener It-Boy auf den angesagtesten Parties dieser Erde. Sein kreativer Einfluss auf die neue Stilepoche der ‚Shabby Chic – Rat Look-Art Photography‘ kann nicht hoch genug gelobt werden. Als Lichtbildprophet ernährt sich Marvin F. von feinstofflicher Energie (Lichtnahrung) und veganer Liebe.

Auf seine Zukunft angesprochen, sagt Marvin F. in einem Interview im April 2017: Er nähme ein Studium an der Wikipedia-Akademie auf und hofft in ein paar Jahrzehnten als erster Mensch erfolgreich mit dem ‚Bachelor of Wikipedia‘ abschließen zu können. Bis dahin stehe, neben sich selbst, die vollkommene Unvollkommenheit seiner Kunst im Mittelpunkt seines total verfickten Lebens! Phantastisch unterstützt von einer Handvoll großartiger US-Multimilliardäre und visionäre amerikanische Realpolitiker wird Marvin F., wieder als erster Mensch überhaupt, zum Ende des Jahrzehnts seine Kunst auf dem Mars ausstellen. Anschließend widmet er sich seinem phänomenalen Buchprojekt ‚Mein Heiliger Krampf‘, in dem er sich wohlwollend über seine großen mildwürzigen Taten äußern wird und die Dummheit sowie Bequemlichkeit der Massen konstruktiv kritisiert.

Marvin F. ist vom Sternzeichen per Geburt her Krebs. Nach einer erfolgreichen Chemo-Therapie lässt er sich von seiner Chef-Astrologin Kirsten Hanser adoptieren und wird – nach dem Heiligen Polnischen Adventskalender – zum Sternzeichen Kea, Aszendent Schildkröte getauft. Für seine herausragenden literarischen Arbeit in Kombination mit handgemachten Lichtbildern wird Marvin F. Anfang des Jahres 2018 der Titel ‚Weltbester Lichbildpoet‘ angetragen. In seiner gesamten Bescheidenheit nimmt er diesen verpflichtenden Titel dankend an. Und wenn der gute Marvin F., Das Held, Lichtbildpoet und Lichtbildprophet nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute und träumt weiterhin davon, irgendwann so richtig berühmt, unendlich reich und wahnsinnig sexy zu sein.

Der Text ist Fiktion, früher Märchen genannt. Zum größten Teil jedenfalls. Kleine Lebens-Bruchstücke tragen autobiografischen Charakter. Also die Zeilen davor bitte nicht ganz Ernst zu nehmen. Der Typ hinter dem Lichtbildpoet/Lichtbildprophet (Marvin F. und/oder Das Held) ist im realen Leben noch vielviel schlimmer und erst Recht kaum nüchtern zu ertragen; wirklich!