Svetochka Me’s Hi my dear friend!

Guten Tag Entschuldige dich für die Unannehmlichkeiten. Ich möchte nicht aufdringlich sein. Es ist Svetlana schreibt Ihnen. Ich arbeite als Arzt in einem medizinischen Zentrum und ich bin ???? m 31. Vor langer Zeit habe ich eine bezahlte Fortbildung in einem der amerikanischen Staaten erhalten. I‘???? m über die Abfahrt für die USA und sollte gern einen guten Kerl haben. Ich suche etwas Ernstes nur, also wenn du keine solchen Absichten hast, bitte schreib nicht zurück. Ich sende mein Bild, so …? Ich möchte glauben, dass du der gute Mann bist. Mit freundlichen Grüßen Svetlanok!

Ich, der gute nette Mann von nebenan? Also ich sehe mich eher als den adipösen Nervenzieher mit Querulanten-Status. Wer mich liebt, der ist selbst dran Schuld. Wer mich erträgt, der hat mindestens einen Weltuntergang aktiv mitgemacht!

OK, Svetlanok hat zum aktiven Anbaggern einen Scheiß Zeitpunkt erwischt. Eigentlich befinde ich mich bereits im Urlaubsmodus. Doch die Deutsche Post/DHL und/oder Amazon möchte mich einem Streßtest unterziehen. Dazu lässt man – trotz Benachrichtigungskarte – eine Briefsendung verschwinden. So als arbeitet David Copperfield, Jan Rouvens oder Hans Klok hinter der Hürde Tresen, die es zu erreichen gilt. Ich gehe ungern in die Poststelle Marzahn 1. Die Damen bauen eine Barriere aus seelischer Grausamkeit (angeblich Diskretion) und Großmachtdenken (wenn wir nicht wollen, bekommst du nie deine Sendung) auf. Nur wenn es um die Werbung um ein Postbank-Konto geht, da entwickeln sie so etwas wie Freundlichkeit.

Das heutige Damen-Duo hat sich etwas Perverses für mich ausgedacht: ‚Vielleicht hat die Zustellerin die Sendung gar nicht rausgelegt‘. Oder ‚ich soll eine Servicenummer wählen und die finden denn eine Lösung für mich‘. Doch ‚jetzt ist es leider nicht möglich mir meine Sendung auszuhändigen.‘ ‚Was machen wir‘? Allein schon die Verwendung des ‚Wir‘ schaltet in mir auf Eskalationsmodus. Es gab Zeiten, da verschwand die Tresen-Dame in einem Hinterraum und hat bei den Postzustellern nachgeschaut. Heute sind das sicherlich inkompatible Sicherheitszonen. Der weiteren Wortwahl der Dame entnehme ich, dass mir nur der Anruf bei der Service-Nummer bleibt. Auf der überreichten Klappkarte stehen zwei Telefonnummer, ich moniere diesen Umstand. Frau Schalter-Dame merkt forsch an, dass nur eine Nummer da steht. Bevor die Tresen-Lady zur um sich schlagenden Domina wird, ziehe ich ab. Später lese ich sogar drei Servicenummern.

Deutsche Post/DHL-Service anrufen – toll! Man pflegt seine eigene Sprache. Ich brauche mehrere Anläufe um die Sprachmaschine gegen einen Menschen einzutauschen. Doch der ist nur dazu da mir mitzuteilen, dass ich bei Deutsche Post/DHL völlig falsch bin. Amazon macht sein eigenes Ding, da kann er – der lebende Gesprächspartner – nicht in den Ablauf einen Blick werfen.

Amazon! Finde mal bei Amazon die Option wegen einer konkreten Bestellung den Kundenservice zu kontaktieren. Zurücksenden, den Button gibt es. Feedback abgeben, geht auch. Und dann die dummdreiste Behauptung des Maschinenprogramms, die Sendung sei gestern – weil Liefertermin garantiert – angekommen. Ich fühle mich als Mensch und Lebewesen nutzlos, missbraucht und wertlos: Unsere Software sagt, also ist es so!

Ich formuliere meine Beschwerde für Amazon vor, füge sie dann per Copy & Paste in das – endlich – aufgespürte Kontaktformular. Armer Servicemitarbeiter eines Amazonablegers, der den Kundenservice organisiert. Damit er seinen Job behält, muss oder sollte ich ihn positiv bewerten. Dieser Mensch an der anderen Seite ist das kleinste und schwächste Glied Jeff Bezos Imperium.

Wäre ich stattdessen in einen Laden gegangen, wäre mir der Stress als Urlaubseinstieg erspart geblieben? Leider nein. Der Handel speckt an der Vielfalt ab, weshalb ich dieses Produkt nur online kaufen kann. Der letzte Satz stimmt nicht ganz: Die Grinse-Parfümerie und ihre Douglasien bieten es auch an, fast zum doppelten Preis. Das ist unverschämt.

Mal schauen, wie die Sache ausgeht. Bin ja jetzt drei Wochen in meinem Betonpalast präsent. Da kann Frau Post-Zustellerin mit der Nachlieferung mal klingeln und sich bei mir erklären.

Autor: Lichtbildprophet

Marvin F. ist Popstar, Großmeister und Genie des 'Fotounrealistischen Depressionismus'. Für seine kreativen Leistungen um das Lichtbild und Wort wurde ihm von der Kunst-Weltorganisation der Titel 'Das Held' und 'Lichtbildprophet' angetragen. Weitere Informationen zur Person Marvin F. entnehmen Sie bitte seiner Vita.

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