Schwarzer Hund – Eine überschaubare Serie

Es war eine Episode. Jedenfalls entpuppte sich die Sache als solche, vorzugsweise an ihrem Ende. Kurz und schmerzvoll, völlig verstörend für mich. So blieb denn auch kein Stein auf dem anderen. Vorher gab es die Zeichen, die kleinen und die großen. Doch ich ignorierte sie. Es soll ja Menschen geben, die meinen was sie sagen. Offen und aufrichtig. Jetzt weiß ich: ‚Pustekuchen, mein Freund!‘. Vergiss alles was du Gutes über den Menschen bisher geglaubt hast. Geh – im Bezug auf Menschen – immer vom schlimmsten Fall aus und du wirst dennoch enttäuscht.

‚Erzähl mal wie du das machst!‘. So der sozial-mediale Kommentar einer mir fremden Person. Muss ich auf so etwas antworten?

Ich habe kein Problem damit darüber zu philosophieren, wie ich was ‚mache‘. Nicht bis ins letzte Detail. Dem Prinzip nach erklärt, nur das muss verstanden werden. Den Rest liefert – soweit vorhanden – die eigene Kreativität. Wenn nicht, so habe ich mich vor billigen Kopien geschützt. Aber selbst die sind nicht so ohne Weiteres möglich, weil dem Interessierten mein Vorlagenarchiv fehlt. Nein, nicht die Bilder. Da ist selbst der größte Rotz brauchbar. Es geht um das Lametta in Form von Rauschen, Korn und Helligkeitsverläufen. Der Rest ist Ebenenakrobatik in Anlehnung der Solarisation.

Ein Knall. Ein Schuss. Mir ist schwarz vor Augen, der Atem bleibt weg.

Sie steht vor mir. Ihre ganze Pracht, der junge Körper und ein Wunsch, den ich ihr nicht erfülle. Sie fragt einmal, ein zweites Mal. Ich lehne ab. Sie ging und beteuerte, sie würde gerne wieder kommen. Aber sie blieb fort.

Der ‚Schwarze Hund‘ ist der trübe Begleiter der Seele. Du hörst, wie er sich anschleicht. Sein Atem, das Kratzschleifen der Krallen auf Beton. Er kommt näher, du kannst ihn bereits riechen und hast keine Chance ihm zu entkommen. Ein Aufbäumen, als sei es faules Fleisch, das sich gegen den Todesstoß wehrt. Der Sensenmann ist schon lange da. Wartet auf mich, dort hinten an der Kreuzung.

Atem, Atem. Ich bekomme keine Luft. Ich sitze und warte. Ein Urteil, wie schuldig oder unschuldig. Todeszelle oder Freigang bis zum nächsten Überfall. Möchte ich noch einmal den Kampf führen oder kürze ich einfach ab? Kann ich des Würgers Griff überwinden. Bin ich ohne Mut. Wieder? Soviel mich auch umgibt, wegen meiner auch mit Liebe, im Endeffekt bin ich doch allein.

Der ‚Schwarze Hund‘ ist los, läuft frei herum. Im Moment scheinbar weit weg, aus meinen Augen und doch im Sinn. Zeigt sich mir in einer Sprache, die ich nicht verraten werde! Ich mag diesen schwarzen Kerl auf vier zwei Beinen nicht. Mag er lieber fliegen und ein putziges Aussehen haben? Er bleibt was er ist: Ein fürchterlicher Geist im Kopf, der mich, jedoch nie sich selbst brechen wird.

‚Such deine eigenen Symbole und schreibe mit ihnen ein paar Reden. Teile sie mit deinem Kreis. Doch rechne mit meiner Hilfe nicht.‘

Autor: Lichtbildprophet

Marvin F. ist Popstar, Großmeister und Genie des 'Fotounrealistischen Depressionismus'. Für seine kreativen Leistungen um das Lichtbild und Wort wurde ihm von der Kunst-Weltorganisation der Titel 'Das Held' und 'Lichtbildprophet' angetragen. Weitere Informationen zur Person Marvin F. entnehmen Sie bitte seiner Vita.