Kseniya’s [Kein Betreff] die 2te

Hallo! Wie heißt du? Ich sehe deinen Brief, und das bedeutet, dass wir das gleiche suchen Ding. Wie ich schon sagte, mein Name Kseniya. Ich bin nicht verheiratet Und habe keine Kinder. Ich lebe in der Stadt Saratov. Ich bin fröhlich und Geselliges Mädchen Ich liebe es, Ziele zu erreichen. In anderen Dingen, auf denen ich Habe den größten Teil meines Lebens verbracht. Ich habe loyale Freunde, viele Kollegen. Ich bin Immer im Rampenlicht, wie ich mit Kindern arbeite. Aber so ist es passiert In meinem Leben habe ich seine Liebe noch nicht getroffen. Ich möchte wirklich lieben Und geliebt zu werden Wieso bin ich hier! Ich würde gerne wissen, warum du hier bist? Was sind Ihre Gründe? Bist du Single? Ich verstehe dich nicht ganz, was meinst du? Erkläre es mir? Was meinst du mit deinem Brief? Über mich – ich bin 29 Jahre alt. Ich bin 1987 geboren. Wann ist dein Geburtstag? Mein Wachstum von 173 Zentimeter, mein Gewicht 52 kg. Viele Leute, die mich sehen, sprechen, ich bin glücklich !!! Tun sie Schlussfolgerungen, dass ich immer lächle, auf alle Anfragen antworten An vielen Aktivitäten teilnehmen. Ich führe ein kräftiges Leben. Aber wer tut Nicht einmal wissen, wie schlimm ich in die Wohnung gehe, in der ich nicht war Die darauf warten, sich in kaltes Bett zu legen und nur mit einzuschlafen Gedanken darüber, was morgen passieren wird. Und am Morgen öffnete sich Seine Augen, nicht zu sehen, wer neben ihm ist. Ich habe es nicht so gegeben Wert aber jetzt, wenn ich älter wurde, fange ich jeden Tag mehr und mehr an nachdenken über. Dieser Gedanke verfolgt mich. Ich möchte meine zweite Hälfte treffen. Meine Seele ist müde von Melancholie, ich hoffe, dass der Dialog durch Internet wahrscheinlich das wird sich ändern. Ich hoffe, ich war in diesem Brief nicht traurig und das gefällt dir. Ich werde warten für deine Antwort! Dein neuer Freund

Da fordere ich von dieser Xenia-Schnepfe den ultimativen Liebesbeweis in Form unanständiger Nackt-Selfies, doch die Uschi setzt sich eiskalt darüber hinweg. Stattdessen schickt die mir solchen Klamotten-Alltagskram, in einem knappen T-Shirt verhüllte Mörderhupen. Und dann tut sie auch noch auf blöd machen: ‚Ich verstehe dich nicht ganz, was meinst du?‘. Wie ich solches Gezicke leiden kann. Oder besser gesagt nicht leiden kann. Erst neulich wieder: Stolze Frau sagt, für einen anderen Mann würde ich mich nie wieder verbiegen. Ein paar Tage später, sie ist sooo verliebt und der Neue mag das nicht. Also lässt sie es sein, der Diskussionen wegen. Hää? Oder: Vielleicht bekommst du und über das andere können wir dann reden. Wie bitte? Nein, ich will/möchte/werde nicht darüber reden. Ich möchte kein ‚Weibchen-rühr-mich-nicht-an‘-Gehabe, ich bestehe auf einer klaren Entscheidung. Ja oder nein. Ich habe keine Zeit für vielleicht und das feminine Gepose.

Das Schöne an meiner derzeitigen Situation ist, dass ich zwar emotional hochkoche, innerlich aber keinerlei Gefühlsregungen am Wallen sind. Alles ist eher in der Schalterstellung ’neutrale‘ Geschmacksposition. Wenn kein echtes Interesse da ist, dann ist mir das scheißegal. Leider funktioniert die Eisblock-Funktion auch wenn Interesse da ist. Ich bekomme es nur nicht mit, weshalb sich der Rest der Welt bemühen müsste, wenn er denn will. Bei echtem Interesse. Oder möchte.

In ein paar Wochen soll ich meine Erst- und Zweitstimme abgeben. Das ist auch wieder so eine verweichlichte Sache: Ein Mann, eine Frau – Eine Stimme! Wie immer weiß ich nicht, wen oder was ich wählen sollte. Also habe ich – in der Hoffnung einer kompetenten Wahlberatung – die Wahl-o-mat-Navi-Orakel des Internets befragt. Ich bin ein politisches Debakel: Grün-Rot-ein bisschen Dunkelrot und Blau. Die Gelben und die Mutti nebst dem bayrischen Popanz, spielen bei mir, laut Entscheidungshilfen, keine Rolle. Dabei würde ich gerade der Mutti als einzige meine direkte wie indirekte Stimme geben wollen. Alle anderen, inklusive rot, dunkelrot, grün und blau gingen bei mir leer aus. Gelb und Schwarz auch. Meine Stimme für die Mutti!

Kseniya‘ Nerv-Update:
Für eine ernsthafte Beziehung, aber du hast einfach aufgehört mich zu schreiben? Ich werde warten…

Mimimi …

Autor: Lichtbildprophet

Lichtbildprophet.de ist ein Mix aus verbalen Größenwahn und fotografischen Depressionismus, eine persönliche letzte Schlacht des Marvin F. gegen den Herdentrieb, die Massenverdummung und den Einheitsgeschmack unserer Zeit. Lichtbildpoet.de interpretiert historische Negative auf Glas und Zelluloid neu. Mehr Informationen finden Sie auf Flackerlight.de, dem Offenen Atelier in Berlin-Marzahn.