Jetzt, gleich und sofort!

Männer gucken Sport, trinken Bier und fahren Auto. Das kann und tue ich alles nicht, weshalb ich dementsprechend kein Mann bin. Auch wohl deshalb nicht: Männer sind wahre Muschis, wenn es um Entscheidungen geht. Erst muss Mami oder Mutti gefragt werden und dann passt die Farbe das Accessoire nicht zum Glanz des Haargels oder der Farbe des Nagellacks. In dem Sinne will und bin ich kein Mann, weil ich mir ganz andere Sorgen mache:

Ist ’sofort‘ und ‚gleich‘ dasselbe oder ganz etwas anderes? Also zeitlich gesehen? Hab gelesen: ‚Sofort‘ ist mit ‚jetzt‘ gleichzusetzen. Demnach wäre ‚jetzt sofort‘ doppelt gemoppelt oder eine wortakrobatische Steigerung von ’sofort‘: Sofort, soforter, am sofortesten? Dagegen ist ‚gleich‘ zeitlich relativ zu sehen.

Ich bin verwirrt und brauche einen anderen Ansatz, den ich vor allem als Lichtbildprohet verstehe. Das Sofortbild! Wenn ’sofort‘ dem ‚jetzt‘ gleichzusetzen ist, könnte es demnach auch Jetztbild heißen!?

Aber das Sofort am Sofortbild ist zeitlich relativ zu betrachten. Immerhin dauert die Entwicklung eines Polaroids- & Co-Schnappschusses ein paar Minuten. Klugscheißer-Modus an: Wäre es dann nicht korrekt von einem Gleichbild statt vom Sofortbild zu sprechen? Klugscheißer-Modus auf aus!

Vergleiche ich ‚gleich‘, ‚jetzt‘ und ’sofort‘ mit dem realen Leben, wird es noch komplizierter. ‚Ich komme gleich‘ oder ‚Ich bin gleich da‘ kann nach meinen Erfahrungen zwischen 2 Stunden bis – anzunehmen – in die Unendlichkeit dauern. ‚Komme sofort‘, ‚Wird sofort erledigt‘ und all diese Ausreden können Tage bis Wochen in Anspruch nehmen. Bei dem Hickhack verstehe ich, dass Termine – und sein sie auch selbst gewählt – Makulatur sind. Nur auf das eigene Ego bezogen ist alles und nur nicht ’sofort‘ möglich: ‚Jetzt‘ habe ich aber die Nase voll!

Autor: Marvin F.

Marvin F. wuchs als Einzelkind in der Mitte eines Landes auf, dass es heute nicht mehr gibt. Er war Sonderschüler an der Waldorfschule und hat im Singen und Klatschen ein Sehr Gut ertanzt. Derart gut vorbereitet für das weitere Leben fühlt sich Marvin F. absolut berufen und wird Künstler. Zwar beginnt er ein Kunst- und Philosophiestudium, bricht es aber nach fünf Jahren im ersten Semester. Sein seelisch-schwerer Stil und die Art und Weise, wie dilettantisch er seine Bilder entwirft und letztlich zu Papier bringt, brachte ihm den Titel 'Meister des fotounrealistischen Depressionismus' ein.

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