Ekaterinchika Mi’s Salutti

Guten Tag! Schön dich zu treffen. Du kannst mich Katia nennen. Wie geht es Heute? Ich würde gerne mit Ihnen sprechen. Ich mag dich wirklich und ich interessierte dich mehr. Weil ich sicher, dass du nette Person bist. Ich habe mein Bild geschickt. Ich bin vierunddreißig Jahre alt. Ok, ich werde nicht viel erzählen, weil du vielleicht nicht an mir interessiert bist. Aber wenn du mich magst, dann sende mir eine Nachricht. Eine Sache, ich kenne viele Jungs nicht ernst online. Deshalb möchte ich nur einen freien, ernsten und angemessenen Partner finden. Ich hoffe, dass Sie auch nur ernsthafte Beziehungen wollen. Ich werde auf deine Antwort warten. Ekaterinushka

Eigentlich sollte sich doch herumgesprochen haben, dass diese Art der pseudo-interessierten Kontaktanfrage ein sogenannter Fake ist. Früher schnöde Betrug genannt. Dass diese Katia in Wirklichkeit ein pickliger, dem Mann nicht abgeneigten Russen-Boy ist, der das Arbeiten nicht erfunden hat. Oder es ist so ein Wüstensohn, der ein Haufen vierbeiniger Wüstenschiffe sein Eigen nennt und vor lauter Langeweile Idioten-Haschmich spielt. Oder ein Negerboy schwarzafrikanischer Erdenmensch, der auf seine Passage nach Europa wartet. Oder, oder, oder … die Liste der Klischee’s lässt sich beliebig fortsetzen. Deshalb distanziere ich mich in aller Form von diesen dummen und unqualifizierten Vorurteilen.

Scammer ist ein ehrenwerter Beruf. Neben dem (Web)Camgirl ein Klassiker unter den Internetjobs. Mit den Einnahmen werden auf der ganzen Welt mild-würzig soziale Projekte finanziert. Und genau deshalb fallen hier und da noch Leute auf so besondere Miezekätzchen wie Katia herein. Sie, diese Katia’s und Yulia’s aus den Weiten der sibirischen Tundra sind der Traum des emanzipationsmüden Mannes. Der will nicht die vorlaute deutsche Harzer-Bitch mit Smartphone, Flatrate und Baumwoll-Flanell-Freitzeitdress. Der Mann, der etwas auf sich hält, will das hart schuftende Schmuseweibchen, das beim Poppen trotzdem noch gut aussieht. Und ihren Text kennt. Genau diese Mischung macht den Erfolg des Uralt-Scamming aus: Notgeiler Idiot denkt mit dem Saft seiner Lende an das Wohl der Menschheit. Es ist dieser maskuline Urinstinkt in uns, dieses Machismo worum es den Frauen in Wirklichkeit geht, als Gottes Edelschöpfung Mann der totale Beschützer des samtpfötigen Weibes zu sein.

Gott sei Dank bin ich als (Lichtbild-)Prophet immun gegen solch primitive Anmache!

Autor: Lichtbildprophet

Lichtbildprophet.de ist ein Mix aus verbalen Größenwahn und fotografischen Depressionismus, eine persönliche letzte Schlacht des Marvin F. gegen den Herdentrieb, die Massenverdummung und den Einheitsgeschmack unserer Zeit. Lichtbildpoet.de interpretiert historische Negative auf Glas und Zelluloid neu. Mehr Informationen finden Sie auf Flackerlight.de, dem Offenen Atelier in Berlin-Marzahn.