Eine Fotografie muss Wasser sehen!

Bilder ohne den digitalen Workflow verlassen zu haben: Nein Danke! Kein Display kann mir das geben, was mir ein Bild auf Papier, Leinwand, in PE, hinter Acrylglas oder was auch immer gibt. Ein Bild braucht ein Medium das es trägt. Ohne dem ist es wie viele Menschen heute sind: Kopflos!

Welches Bild hat eigentlich eine längere Lebenserwartung? Theoretisch ja die digitale Bildinformation, pflegte ich ordentlich Backups. Analoge Bilder haben etwa 75 Jahre, plus minus irgendeine Zeit. Klarer Vorteil für das digitale Möchtegernbild, das ich nicht im Direktkontakt in meinen Händen halten kann. Nur ein Display vermag mir Kälte statt das Gefühl von Papier und Polymeren zu geben. Ich bevorzuge Nähe, Wärme und auch den direkten Kontakt.

Es besitzt nur eine Seele, was durch Menschenhand gegangen ist. Egal, ob die Seele von Menschenverstand oder virtuell angedacht ist. Unsere Hand trachtet nach der Berührung, der Tastsinn verleiht der Seele Struktur, gibt ihr Raum.

Eine Fotografie muss Wasser sehen, damit meine ich nicht das Wasserbad, wie ich es in der Dunkelkammer verwende. Mit meiner Hand, zahlreichen Hilfsmitteln und meiner Kreativität wandle ich selbst digitale Bildinformationen in ein Bild. Es ist so etwas wie ein Schöpfungsprozess über den – digitalen – Geist hinaus.

21. IV. 2015 - Geist-Variante

21. IV. 2015 – Geist-Variante
Nr. 9905
Druck: Größe: 20x30cm Medium: Hahnemühle Photo Rag
(c) 2017 Marvin Feinbub

Autor: Marvin F.

Marvin F. wie Feinbub ist ein fiktiver Charakter. Lange geisterte er als Idee im Kopf des Berliner Autoren und Lichtbildkünstler Ronald Puhle herum, bis er im Februar 2016 konkrete Züge angenommen hat. Seitdem ist Marvin das alte Ego, das keine Regeln kennt, seine Kinderstube ignoriert und immer seine Meinung sagen muss. Ständige Zwiegespräche mit seinem Body, dem Autor Ronald Puhle, sind da vorprogrammiert. Doch in einem Punkt finden sie immer wieder zusammen: Fotografie ist mehr als die Realität möglichst perfekt zu dokumentieren. Wenn wir - Ego und Body - das Gelernte für den kreativen Moment ausschalten und uns von dem erzielten Ergebnis überraschen lassen können, dann ist Fotografie die Kunst der Sprache des inneren Ichs.

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