Ein Leben in Halbwahrheiten – Ein fotografisches Traktat

oder: Unsere moderne Überheblichkeit ist die Ursache allem Halbwissen

Seit meinem dritten Geburt-Tag befinde ich mich auf Orientierungskurs. Das ist nun über 19 Monate her. Optimistisch gesehen kann ich nicht klagen. Es sind Fortschritte da, kleine Fortschritte. Doch es bleiben die Bombertrichter, die trotz des darüber wachsenden Grases unpassend die Landschaft dominieren. Es hat so etwas von Hobbitland. Vielleicht sollte ich mir einen Hügel reservieren und darin meine Höhle integrieren. Meine eigene Höhle, ganz für mich allein. Denn es wird eine Schlafhöhle mit nur einem Fenster. Viel zu klein, dass da jemand sich reinstehlen kann.

Kaum sichtbar, dafür umso schmerzhafter, sind die Einschusslöcher. Letztlich führen sie zum Sprung, zum Riss in der Seele. Wohl der beste Kitt ist nicht gut genug, den Bruch so zu füllen, dass keine Narbe bleibt. Jeden Tag werde ich daran erinnert. Das Gesicht eincremen um die Narbe ‚Hautirritation‘ zu versorgen führt zwangsläufig die Hand am Hals vorbei. Jeden Tag wieder, jeden Tag auf’s neue. Ist da was, ist da nichts zu spüren? Oder ist da wieder was, auf der anderen Halsseite auch?

Wie soll ich mich bei diesen Gedanken auf anderes, Angenehmes, fokussieren können?

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Hier gefragt: ‚Ich hoffe wir sehen uns bald‘ – Was heißt das?

Ich mag diese ‚Erklär-Blogs für jeden Scheiß‘ nicht. Auf die Frage: ‚Wie kommt es zum Furz?‘ beginnen sie beim Urknall, um über die Kreuzigung Jesu und das Liebesleben von Adolf Hitler in einen Schwall von Halbwissen zu münden, welches so nicht gefragt war. Nutzlos, absolut nutzlos und lebenszeitverschwendend. Das sind alles Hilfsromantiker, denen im wahren Leben keiner zuhört. Das ist diese Art von Mensch, die an der Theke der Arztpraxis stehen und ihren ganzen Leidensweg von sich geben. Selbstverständlich das Ganze so laut, dass alle mithören können und man die Schnellbestattung anrufen möchte: Eigentlich dürfte diese Kreatur gar nicht mehr leben. Hauptsache ich erzähle was, quatsche unschuldigen und eigentlich arbeitenden Mitmenschen einen Knopf an die Backe, weil ich nicht beziehungsfähig und damit allein gelassen bin!

Lebenszeitdiebe!

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Der Fotografischer Depressionismus

Was ist der Fotografische Depressionismus?

Für uns Menschen braucht alles eine Schublade. Ich gebe sie euch: Was hier zu sehen ist, passt in keine eurer Schubladen. Also muss etwas Neugeschöpftes her. Es war bereits von einer ‚modernen‘ Form des ‚Pictorialismus‘ die Rede. Ich kann mich nicht allein auf gestreutes Licht, Unschärfe und fehlende Details reduzieren lassen. Ich bin am Gegendetail interessiert. Es geht um das Was neben euern Regeln. Was ich tue, nicht alles soll sofort erratbar sein. Der Betrachter soll sich mühen wie ich mich gemüht habe, ein Bild so zu schaffen. Ich spiele ein analoges Versteckspiel in einer übermächtig digitalen Klarheit. Je weiter die Dinge unklar sind, umso mehr bedarf es meiner Fantasie, meiner geistigen Kreativität. Und sie ist es, die uns Menschen von den Maschinen und Programmen unterscheidet!

Das soll Fotografischer Depressionismus sein!

Suchen, finden und Manipulation

Ich suche nach einem Begriff, selbstverständlich mit Google. Microsoft und Edge wollen, dass ich Bing nehme. Doch was mir hier gezeigt wird, trifft selten meinen Nerv. Selbst wenn mein erstes Ich das zweite Ich, den Lichtbildprophet, sucht, lässt mich Bing so klein und unbedeutend erscheinen. Google hat mich eindeutig mit mehr Treffern besser auf den Schirm. Die Kehrseite der Medaille: Das Suchergebnis bei Google besteht ausschließlich aus Werbung. Kein Link ohne den Anzeige-Hinweis. Gefühlt ist mir das bisher noch nicht untergekommen.

Zwischen den Feiertagen. Wie gehabt sitze ich vor meinem iMac und möchte mich bei Google und den Ex-‚webmaster tools‘ einklinken. Die Datenkrake verweigert mir den Zugriff, weil mein Verhalten verdächtig sei und man bei Google – selbstverständlich NUR zu meiner eigenen Sicherheit – alles zum Schutze meiner Persönlichkeit unternimmt. Ich muss mich irgendwie zusätzlich identifizieren und den Zugriff von einem – für Google – unbekannten Gerät legitimieren!

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Wider dummen Maschinen

Computer und Programme ‚lernen‘ dazu,
beeinflussen das, was ich sehe,
zeigen nur das, was ich sehen sollte.

Dieses Verhalten finde ich bedenklich,
denn schon heute funktionieren
Facebook, Instagram oder Google Suche nach dem Prinzip.

Mir fällt es immer schwerer einzuschätzen,
ist das Ergebnis, ist die Zeitleiste
frei von irgendeiner Manipulation.

Indem ich die Struktur meiner Bilder aufbreche,
indem ich mit Effekten und Störungen manipuliere,
widersetze ich mich dem Tun dummer Maschinen.

Ich bin ein Mensch und möchte keine Beute einer Maschine sein!