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In den unendlichen Weiten des Internet’s tummelt sich Vieles. Vieles ist interessant und hat mein fotografisch-kreatives Tun bereichert. Anderes ist eher nicht so wirklich wichtig; ich nenne es mittlerweile ‚Lebenszeitverschwendung‘. Es sei dem geneigten Leser überlassen herauszufinden, was nachfolgend (m)eine persönliche Empfehlung beziehungsweise in meinen Augen eine menschtypiche Verfehlung ist.

Claire D’Orsay’s Framework Berlin – Mit etwas Wehmut denke ich an die Villa Schaf. Dabei habe ich sie nie gemocht, wollte nie ein Kleingärtner sein. Vereinsmeierei und die ohnehin schon knappe Zeit waren Argumente gegen die ‚eigene Scholle‘. Doch ohne die Villa Schaf hätte ich nie Claire D’Orsay und ihr Upcycling-Projekt Frameworks Berlin kennengelernt. Letztlich kam es sogar zu einer Kollaboration, in der Claire drei meiner BetrachtSteine zu einem Kunstwerk formte. Außerdem zierten einige ihrer Bilderrahmen aus recyceltem Holz einfache Fotolabor-Abzüge meiner Arbeiten. Mittlerweile ist die Villa Schaf Geschichte, 2016 hat mein BetrachtStein-Triptychon einen Liebhaber gefunden und ist durch meine Krebserkrankung die Zusammenarbeit mit Claire leider ins Stocken geraten. Zumindest habe ich mir vorgenommen, irgendwann einen von Claire’s Bilderrahmen-Workshop zu besuchen.

Roman Pyatkovka + Roman Pyatkovka II – Wenn der Künstler die Bildsprache beherrscht, dann hat ein Werk ganz ohne Bildunterschrift mehr als ‚Tausend Worte‘. Der Künstler ist in meinen Augen der Beweis, dass der Erfolg der Kunst in deren Einfachheit und nicht in der Komplexität der – perversen – Gedanken eines Betrachters liegt.

Anna Malina – Sie hatte den Mut, hing ihren Job und Beruf an den Nagel, begann ein Kunst und Philosophie-Studium. Ohne die Fesseln eines Regelwerks lebt Malina zwischen einer gezogenen Grenze, die nur in unserem Kopf existiert. Sie überrascht mit dem Kind in der Frau, weckt mit scheinbar Banalem Kindheitserinnerungen der warmen Art. Sie zieht Fäden, reißt aus und setzt wieder zusammen.

Lydia Lazarus – Nach meiner Erfahrung fällt es leicht fremde, fällt es schwer eigene Fotografien zu zerstören. Ich meine damit ein Bild, sei es professionell ausbelichtet oder schnell auf dem Laserprinter gedruckt, derart weiter zu verwerten, dass das klassische Erscheinungsbild (rechteckig und bilderrahmentauglich) nicht mehr stimmt. Das Leben und die eigenen Erfahrungen können die Schwelle senken. Im Ergebnis entstehen zeigenswerte ‚Patchwork’s‘, wie sie von Lydia Lazarus geschaffen werden.

Miroslav Tichý – Er darf in meiner Empfehlung nicht fehlen, denn es waren seine Arbeiten, die mir meine fotografische Blindheit nahmen. Technische Präzision mag zwar die perfekte Grundlage für endlose Monologe in Foren und Magazinen sein, zwangsläufig gute Bilder entstehen dadurch nicht. Der Präzisions- und Optimierungswahn erzeugt charakterlose Langweile und behindert die Fantasie. Wer um ein Bild kämpft, selbst bis zur Zerstörung desselben, der hat mit jeder Art der Liebe ein Werk geschaffen.

dienacht – Magazine – Das Internet hat das Aufblühen interessanter (e)Publikationen befeuert, in demselben Sog aber auch das rasche Aussterben derselbigen beschleunigt. So waren, sind und bleiben diese eMagazine’s im Großen und Ganzen die Egoshooter profilierungssüchtiger Fotografen, denen einfach die Geduld und der Arsch für Sitzfleisch fehlt. DNacht (dienacht) ist da eine Ausnahme: Das Magazin gibt es nicht nur gedruckt, der Macher Calin Kruse hält das – wohl? – Ein-Mann-Projekt seit längerer Zeit (Riesenlob!) aufrecht. Dann und wann verlegt man Arbeiten anderer Künstler, wie es dazu kommt und was zu erwarten ist, das liegt ähnlich wie beim Ü-Ei in der Hand des Machers.

Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren – Sicherlich ist der digitale Weg der Fotografie und Bildbearbeitung bequem, jedoch nicht einfach. Je mehr man sich dem realen Analog annähern möchte, umso komplexer wird dessen digitale Nachbildung und damit der Aufwand, den ich am Computer betreiben muss. Dazu kommt: Der Bequemlichkeit wegen wird auf das stochastische Element des realen Analogen verzichtet, weshalb sich Nachbildungen bereits über wenige Exemplare an der reproduzierten Langeweile entlarven lassen. Insofern stellt sich die Frage, warum bei der Realisierung eines Bildes nicht gleich analog arbeiten und als Finale die Stärke des Digitalen in der Optimierung und Vervielfältigung suchen? Wie man im Analogen und abseits des klassischen Silbergelatine-Fotoabzugs selbermacht, das erklärt das wunderbare Werkstattbuch von Wolfgang Autenrieth. Kaufen, lesen und selbermachen!

analogueNOW! – Stell dir vor du möchtest die ‚Analoge Sache‘ fördern und veranstaltest deshalb ein Festival für eine fotografische Nische. Zugegeben, diese Festivals sind kaum beachtet, werden aber aus den eigenen Reihen hoch gelobt. Letztlich scheitert das Voranbringen der Sache an den inneren Grabenkämpfen und der eigenen Arroganz, potentielle Interessenten aktiv einzubinden. Die Macher haben eben viel lieber mehr mit sich selbst als mit der – wichtigeren – Sache der Förderung der Analogfotografie zu tun.

Charlotte Mano – Betrachte ich ihre Arbeiten gilt mein nächster Gedanke dem fotoMAGAZIN. Hier werden/wurden* Meister der Fotografie vorgestellt. Nicht selten präsentierte das Heft ‚Visuelle Langweiler‘ wie a la ‚Portraire‘ von Charlotte Mano. Zugegeben, diese – ihre – Technik und Handschrift hat etwas, passt in meinen Augen optimal zu Mano’s ‚Blind Portraits‘. Doch dann hört es auf interessant zu sein. Es wird mangels eingeschränkte Bildsprache langweilig. Mich spricht das simple Verwaschen der Farben, das Abplatten des Kontrasts nicht an.

* Seit ein paar Jahren habe ich keine Ausgabe des fotoMAGAZIN’s mehr gelesen. Mit einem Hauch Boshaftigkeit hat man nicht über den Tellerrand Digitalfotografie hinwegsehen wollen, oder des Geldes wegen nicht hinweg sehen können.

Detlev Motz – Er ist Mister Wettbewerbsfotografie, was immer hinter diesem Sujet steckt. Detlev Motz war Chefkritiker, heute ist er Herausgeber des elitären Zirkel ‚fotogen‘, dem Magazin für emotionale Fotografie. Der Titel treibt mir die Tränen in die Augen. Meine Worte mögen abfällig klingen, doch Detlev Motz hat mich – stark – beeinflusst: Ohne seinen Übermut von ‚emotionaler Fotografie‘ zu reden würde ich heute nicht ‚the most liked, world‘s best & award-winning experimental photographer from berlin‘ im Untertitel des Blogs führen.

Fotoexakt und/oder Fotoexakt24 – Eigentlich ist es DIE Chance sich als Anhang DER deutschen Foto-Onlinegemeinschaft fotocommunity einen Namen als Fachlabor zu machen. Naja, am Anfang war man ’nur‘ Vermittler, ließ woanders fertigen. Es hielt der Größenwahn Einzug und man wollte Selbermachen, bei den Preisen ordentlich zulangen. Das erzeugte – zurecht – Kritik, denn der Kunde kann Preise vergleichen. Die Chefin vom Ganzen kann zwar mit Kritik nicht sonderlich gut umgehen, dafür aber verbal selbst in den fotocommunity-eigenen Foren ordentlich austeilen. Auf Dauer geht solch ein Geschäftsgebaren wie auch die menschliche Fehlleistung der Dame nach Hinten los. Und so verschwindet ‚fotocommunity prints‘ und/oder ‚fc prints‘ und es wird die okkulte Profisekte Fotoexakt geschaffen. Hier kommt nicht mehr jeder knipsende und meckernde Dödel hinein. Eine Preisliste gibt es erst nach einer Einlasskontrolle durch den Support, die ich selbst – wohl völlig zurecht – nicht bestanden habe.

Bert Kubik – Er ist der Erfinder des Power-Shooting, des Model-Sharing und der anspruchsvollen Modelfotografie. Im guten Deutsch heißt das ‚Bäumchen wechsle dich‘-Rudelschießen (oder Nachhaltigkeits-Swingerfotografie) zur Begleitmusik kraftvoller Photoshop-Arien. Bert organisiert diese mittlerweile legendären Events nur für geladenen ‚Foto-Freunde‘, die ihm in unerschütterliche Treue nicht nur die Stange halten, sondern den fotografischen Partnertausch auch noch bezahlen dürfen. Jeder Preis von Bert Kubik ist absolut ’special‘ und die anderen müssen für den knipsenden Kaffee- und Kuchentross immer deutlich mehr bezahlen. Doch eine Warnung sei hier ausgesprochen: Komm bitte nicht auf die Idee, die visualisierte Langeweile auf hardwaremäßig hohem Niveau sowie die softwarebasierten Retuscheorgien zu kritisieren. Da wird Bert echt pampig, schließt dich als hochgradig unwürdig aus seinem erlesenen Zirkel aus und macht bei den Pseudo-Mächtigen dieser Erde gewaltig Stunk gegen dich. Du musst wissen: Bert Kubik hat auch mal die Puhdys fotografiert, und das ist schon mal was.

konkursbuch Verlag Claudia Gehrke – Wer sich als Kreativer der Nacktheit zuwendet, der rutscht verdammt schnell in die Ecke der widerwärtigen Pornografen. Zumindest nach Meinung derer, die das deutsche moralische Wissen in sich vereinen, die glauben es in als auch auf sich zu vereinen. Was die Moralapostel nicht wissen und/oder nie zugeben werden: Sie sind es, die die wahren schmutzigen Gedanken haben! Zugegeben: Die eine oder andere Schöpfungshöhe der abgedruckten Schmuddelbildchen ist derart niedrig, dass ein Schamhaar über Kunst oder Kitsch entscheidet. Dennoch ist ‚Mein heimliches Auge‘ – die schwul lesbischen Ableger eingeschlossen – den voyeuristischen Blick und das gierige Lesen erotischer Wortwerke wert. Wer nach dem Lesen meiner Lobhudelei den totalen Sittenverfall vermutet, der hat vollkommen Recht und ist hiermit vorgewarnt. Wer sich jetzt aufplustert, dem kann ich nur empfehlen, den Stock in seinem Hintern zu belassen, weiterhin BILD zu lesen und zu glauben, dass darin die absolute Wahrheit steht.

Stalins Badezimmer – Dem Albert Einstein wird nachgesagt, dass er sich vorstellen könne, wie unendlich menschliche Dummheit sei. Ich sage: Sie ist es! Der Mensch glaubt was er sieht und liest, ohne nachzudenken. ‚Es steht ja da geschrieben‘ oder ‚ich habe es dort gesehen‘. Totschlagargument ist der Verweis auf Wikipedia. In meinen Augen kommt das dem festen Glauben an den Weihnachtsmann und/oder dem Osterhasen gleich. Stelle ich eine Frage: Notebook auf oder Smartphone raus, Google befragt und auf Wikipedia nachgelesen. Geht dem pseudowissenschaftlichen Halbwissen dasselbige aus, wird das erstbeste Youtube Rat und Tat-Video als unwiderlegbare Wissensquelle angenommen und der darin meist verbreitete Blödsinn in die ohnehin schon dumme Welt hinaus getragen. Ich danke dem Erfinder des Stalinschen Badezimmers für seine Tat im Stil des Till Eulenspiegel, den unüberlegt abpinselnden Dummbotzen, die nach Aufdeckung schnell alles korrigiert haben und der nahezu Gesamtheit der Menschen, die nichts daraus gelernt haben: Beständig ist und bleibt eure Dummheit.