Auf Ewig 29!

Ab einem gewissen Alter haben Frauen Problemen mit ihrem Alter!

Selbstkritik: Männer ebenso!

Bin heute kein Nestbeschmutzer und bleibe deshalb bei Frau.

Also noch einmal von vorn: Ab einem gewissen Alter haben Frauen Problemen mit ihrem Alter. Die eine mehr, die andere weniger. Sei es des lieben Nachwuchs wegen. Die einst jugendlich straffen Brüste zollen ihm Tribut. Positiv betrachtet handelt es sich hier nur um ein Experiment. Wie ich mit meinem One-Pack. Am praktischen Beispiel demonstrierte Physik, Kapitel Erdanziehungskraft. Für so etwas muss man sonst auf die Nacht der Wissenschaften warten.

Karriereknick.

Die persönliche Erfüllung liegt urplötzlich nicht mehr in Heim und Herd. Verständlich. Das mit der tickenden biologischen Uhr war nur so eine fixe Idee. Jugendlicher Lover, wechselnde Beziehungen, der Jungbrunnen schlechthin ist gefragt. Irgendwie muss sich die Zeit zurückdrehen lassen. Geht doch auch bei Wells im Roman. Und im Film auch.

Die ewige Suche nach sich selbst. Ödipus-Effekt und chronische Unterforderung treffen auf das gnadenlose Altern. Flankiert von viel probiert, und nie den Fuß auf den Boden bekommen zu haben. Schlimme Sache! Erprobte Zauberformel: Auf immer 29! So wie Jill.

Jill war, ist und wird immer ein Model sein. Und ewig 29. Schon seit ein paar Jahren.

Früher war sie etwas jünger. Damals vermied sie feinsäuberlich ihr Outing als Mutter. Jill hat sich in vielen Dingen probiert.

Talkshows, Nachmittags-Unterhaltung:

Suche Mann, der mir eine Brust-OP bezahlt.
Strip-Schule.
Bar.
Mode-Label.
Hilfe, ich habe Probleme. Egal welche, Hauptsache ich kann mich im TV präsentieren. Karriere mit erotischen Hintergrund und aus ihrer Sicht absolut erfolgreich!

Irgendwann waren ihre Brüste wirklich größer und all die kleinbusigen Fotos aus der Sedcard verschwunden. Neue Karriere, jetzt auch als Mutter und dauerhafte 29. Sogar eine Nebenrolle in einem Film springt endlich heraus, wenn auch nur Halbseiden bekleidet mimt sie ein leichtes Mädchen (neudeutsch: Bitch, Schlampe, Nutte). Jill ist so etwas wie die Ziehmutter von Micaela Schäfer: Nudistisch veranlagt, große Titten statt mehr Gehirn und nix ist peinlich genug, um Publicity zu erhaschen.

Die Masche Permanent-Alter verspricht Erfolg. Zumindest bei Frau. Warum leidet meine Lebensuhr nicht unter dieser Macke? Was wäre mein Daueralter? 29? 39? 49? 59? Schön blöd, wenn ich mich heute bei letztgenannter Zahl früher als notwendig älter machen würde.

Neulich sah ich sie wieder. Jill. 29 Jahre alt:
Der Nachwuchs tanzt, was bei der Mama nicht verwundert. Nachwuchs ist 13 Jahre alt. Das legt deren Geburt auf Jill’s sechszehntes Lebensjahr fest. Rein theoretisch und auch praktisch möglich.

Ich denke stellvertretend für sie über medienwirksame Alternativen nach, den Nachwuchs der Jill-Fangemeinde zu erklären: Adoption aus Weißrussland, gefunden vor der Haustür oder kam halt mit dem Storch. Unbefleckte Empfängnis wäre noch eine geile Nummer, wenn es die nicht schon gäbe.

Die Furchen auf Jill’s Stirn werden immer tiefer. Das Alter zieht seine Spuren, auch bei der dauerjungen Jill. Hat Jill vielleicht doch nicht den einen Ring, der uns alle knechtet und ihr die ewige Jugend gibt? Einhundertelfzig Jahre, wie Bilbo vor seinem Abgang aus dem Auenland?

Dachte erst, ihre 29 sind ein erzwungener TV-Fake oder der Beitrag ist eine aufgewärmte Wiederholung im Sommerloch. Jill’s Sedcard online gegenchecken. 30! Wohl ein Versehen, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den nächsten Wochen nach unten korrigiert wird.

Ich bemerke gerade, eine Kleinigkeit nicht erwähnt zu haben: Jill bittet als Model nur um ernstgemeinte und seriöse Anfragen!

Autor: Marvin F.

Marvin F. wuchs als Einzelkind in der Mitte eines Landes auf, dass es heute nicht mehr gibt. Er war Sonderschüler an der Waldorfschule und hat im Singen und Klatschen ein Sehr Gut ertanzt. Derart gut vorbereitet für das weitere Leben fühlt sich Marvin F. absolut berufen und wird Künstler. Zwar beginnt er ein Kunst- und Philosophiestudium, bricht es aber nach fünf Jahren im ersten Semester ab. Sein seelisch-schwerer Stil und die Art und Weise, wie dilettantisch er seine Bilder entwirft und letztlich zu Papier bringt, brachte ihm den Titel 'Meister des fotounrealistischen Depressionismus' ein. Auf seine Zukunft angesprochen, berichtet Marvin F. in einem Interview im April 2017, dass er ein Studium an der Wikipedia-Akademie aufgenommen hat und hofft in ein paar Jahren erfolgreich mit dem Bachelor of Wiki abschließen zu können.